Es ist nicht nett, leichtgläubige Menschen hinters Licht zu führen.
…sagte die Besitzerin dreier Push-Up BHs.
Würde Naomi Fearn das Genre Autobiografie zu wichtig nehmen, mit Leichtigkeit könnte sie mit (realen) Modeljobs und Fotoshootings dick auftrumpfen oder mit einem Blick hinter Musik-Video-Drehs furchtbar angeben… Der inzwischen sechst Band ihrer Autobio-Zeitungsstrips beweist einmal mehr, dass es auch anders geht: Aus einer semi-fiktiven Welt heraus kommentiert Naomi reale Erlebnisse ihres realen Freundeskreis, diskutiert Politik und Zeitgeist mit ihren sprechenden, scheinbar fiktiven Haustier-Mitbewohnern und kennt anscheinend kein Thema, dass nicht absurd-komisch betrachtet werden kann. Der Schmerz des Älterwerdens, die Ehe von aussen und innen betrachtet, Kultur-Clash auf Reisen nach Japan und Schweden werden hier genauso behandelt wie Beziehungsfragen, die alljährliche Erkältung und was Nerds, egal ob sie Männlein, Weiblein oder Häslein seien,sonst noch so umtreibt. Also ganz klar, dass hier im eigenen Saft geschmort wird... aber der schmeckt gleichzeitig süß und bitter. Wie ein Zuckerfisch eben.
Naomi Fearn studiert seit 1998 freie Grafik an der Kunstakademie Stuttgart und gehört zu den herausragenden Nachwuchstalenten der deutschen Comic-Szene. Denn sie weiß genau, worauf’s ankommt: Ihre Zeichnungen sind mit einem einfachen und klaren Strich aufs Papier gebracht und treffen genau ins Herz!
84 Seiten, Hardcover, Kleinformat